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Im Engadin fliegen die Motten

von Quentin Mayerat

Die Meisterschaftswoche im Oberengadin war ein Wettkampf im Wettkampf. Nathan Outteridge aus Australien und Bora Gulari aus den USA lieferten sich ein dramatisches Kopf-anKopf-Duell um den ersten Platz. Da sie am Freitagabend punktgleich in Führung lagen, wurde die international ausgeschriebene EM erst in den beiden letzten Läufen zugunsten von Outteridge entschieden. Abgeschlagen auf dem dritten Platz folgte Scott Babbage aus Australien. Dahinter fochten der amtierende zweifache Europameister Arnaud Psarofaghis aus der Schweiz und der Moth-Weltmeister Simon Payne aus England einen weiteren Zweikampf um den EM-Titel aus. Samstag früh trennte die beiden Konkurrenten nur ein winziger Punkt. Arnaud Psarofaghis gab sich vor dem zweitletzten Regattatag zuversichtlich: „Outteridge und Gulari dominieren zwar das Geschehen, aber ich bin zufrieden, dass ich zum „Paket“ gehöre. Ich hoffe nur, dass ich besser als Si-mon Payne abschneide und damit bester Europäer bleibe.“

Nicht mehr im Rennen
Leider ging sein Wunsch nicht in Erfüllung. Am letzten Meisterschaftstag hatte der Genfer offensichtliche Tempoprobleme und im Schlusslauf lief es überhaupt nicht mehr. „Ich habe mehr gegen mein Boot gekämpft als gegen die anderen Konkurrenten. Ich konnte nicht angreifen“, kommentierte er, ehrlich mit sich selbst. Im Gesamtklassement reichte es schliesslich für den fünften Schlussrang, was durchaus mit seinen im Vorfeld der EM geäusserten Prognosen übereinstimmt: „Ich will meinen Titel verteidigen, aber schlimmstenfalls fahre ich unter die ersten Fünf“, hatte er prophezeit. Als neuer Schweizermeister darf Arnaud durchaus mit seiner Leistung zufrieden sein. Hervorragend abgeschnitten hat auch der Thuner Matthias Renker mit einem 7. Platz in der Open-Wertung und der Bronzemedaille der Europameisterschaft.

Gesamtsieger Nathan Outteridge ist mit der Bündner Woche hochzufrieden. „Ich habe das Boot und das Material gewechselt und fühlte mich im Element. An der letztjährigen WM in den USA wurde ich 2., allerdings lag ich damals deutlich hinter dem Sieger“, sagte der Australier und machte gleich klar, dass er noch mehr Ambitionen hegt: „Im nächsten Jahr nehme ich an der WM in meiner Heimat teil und will dort auch gewinnen!“ Outteridge ist ein Ausnahmetalent. Er hat erst vor knapp zwei Jahren angefangen auf Moth zu segeln und trainiert gleichzeitig intensiv für die Olympischen Spiele in der 49er-Klasse. Sein Erfolg im Bündnerland folgte nur wenige Tage auf den Gewinn der Skandia Sail for Gold in Weymouth, die zum ISAF Sailing World Cup zählt. Mit diesen beiden Siegen innerhalb weniger Tage bewies der Australier, dass er eine Klasse für sich ist.
Rangliste unter www.syzmotheuro2010.ch, Video in der Rubrik „Regatten“ auf www.Skippers.tv

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