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Alinghi souveräner Sieger

von Quentin Mayerat

Alinghi hat die Meisterschaft 2013 fast nach Belieben dominiert. © Loris von Siebenthal

Das zehnjährige Bestehen der Meisterschaft der Décision 35 wurde Ende September in den Salons des Beau-Rivage Palace in Lausanne in grossem Stil begangen. Skippers feierte den Jubiläumsanlass mit einer Sonderausgabe über die Genferseeschwäne.

Die Skipper, Teams und Zuschauer werden sich noch lange an die intensiven Kämpfe in der zweiten Meisterschaftshälfte erinnern. Besonders ins Gedächtnis gebrannt hat sich das vor Céligny ausgetragene Open de Crans. Selten zeigten die Mannschaften ein solches Engagement und hielten in den Läufen so viele Überraschungen und Führungswechsel bereit.

Der diesjährige Titel war bereits nach dem zweitletzten Aufeinandertreffen der Vulcain Trophy 2013, dem vom Yacht Club de Genève organisierten Grand Prix Grange, vergeben. Alinghi war nicht mehr einzuholen und Ernesto Bertarelli konnte seinen Sieg gleich doppelt geniessen: Er feierte gleichzeitig mit seinem Titel auch noch seinen 48. Geburtstag. „Dieser Sieg ist eine Belohnung für unsere Arbeit. Dass ich gerade an meinem Geburtstag zum Sieger gekürt werde, passt natürlich perfekt“, sagte der Skipper der Alinghi, bevor er kräftig mit Champagner geduscht wurde.

Eine präzise Routenwahl und die richtigen Entscheidungen ebneten Zen Too den Weg zum 2. Platz in der Gesamtwertung. © Loris von Siebenthal

Als vorzeitige Sieger konnten die Segler von Alinghi den Grand Prix Beau-Rivage Palace gelassen angehen. Entsprechend entspannt gab sich Pierre-Yves Jorand: „Die Meisterschaft war das ganze Jahr hindurch recht stressig. Da Ernesto an diesem letzten Event abwesend war, konnten wir andere Leute segeln lassen. Es hat unglaublichen Spass gemacht, diese Regatta ohne jeglichen Druck zu bestreiten.“

Entscheidung in den letzten Läufen

Für die anderen Teilnehmer ging es am Grand Prix Beau-Rivage noch um viel. Die letzten vier Regatten waren entscheidend. Zen Too, Real-stone Sailing und Ladycat konnten sich alle noch Hoffnungen auf einen Podestplatz machen.

Gewonnen hat den letzten Event schliesslich Zen Too. Frédéric Le Peutrec fiel durch schnelle Starts und eine präzise Routenwahl auf: „Der Konkurrenzkampf war bissig, wir haben es aber geschafft, uns in den Duellen durchzusetzen und konnten dank guter Geschwindigkeit einige mutige taktische Entscheidungen treffen, die sich ausgezahlt haben“, sagte der siegreiche Skipper. Unter der Leitung von Guy de Picciotto hatte das Team bei der Routenwahl den richtigen Riecher und holte sich den begehrten zweiten Platz in der Schlusswertung.

Ernesto Bertarelli konnte gleich doppelt feiern: den Gesamtsieg und seinen 48. Geburtstag. Nach dem Grand Prix Grange wurde ihm von Nicolas Grange eine Geburtstagstorte überreicht. © Jean-Guy Python

Realstone Sailing schaffte es im dritten Jahr in Folge auf einen Podestplatz der Vulcain Trophy. „Es war aber doch eine schwierige Saison für uns. Wir sind nicht wirklich gut in die Meisterschaft gestartet, mussten Änderungen in der Teamzusammensetzung verkraften und haben viele unserer Entscheidungen hinterfragt, schliessen aber doch nicht allzu schlecht ab. Wir freuen uns auf nächstes Jahr, dann knöpfen wir uns Alinghi vor“, grinste Jérôme Clerc. Der Skipper kann trotz der angesprochenen Schwierigkeiten zufrieden sein, denn Realstone Sailing hat seine Ziele erreicht. Sie haben eine professionelle Segelcrew zusammengestellt, die an der Vulcain Trophy vorne mitmischt und gleichzeitig einen gelungenen Einstand bei den Extreme 40 gefeiert.

François Dussart, Direktor des Beau-Rivage Palace, übergibt den 2. Preis der Vulcain Trophy an Guy de Picciotto. © Jean-Guy Python

Ladycat-Spindrift verpasste das Podest nur knapp. Das Team des schwarz-goldenen Katamarans ist mit diesem Resultat im Grossen und Ganzen zufrieden, zumal es dieses Jahr an drei Fronten gleichzeitig engagiert war: bei den D35, den MOD70 und auf dem Maxi-Trimaran Spindrift 2. „Die Anfänge auf der Spindrift haben viel Zeit und Energie gekostet, sodass es uns gegen Ende vielleicht etwas an Training gefehlt hat. Wir hatten gute und weniger gute Tage, haben uns aber nie abhängen lassen“, sagte Dona Bertarelli.

Die Zukunft unter guten Vorzeichen

Nicolas Grange, Präsident der Association des Multicoques de Compétition, ist hochzufrieden mit dem Verlauf der Saison 2013: „Die elf Boote lieferten sich hart umkämpfte Rennen und die zu Saisonbeginn geäus-serten Prognosen haben sich längst nicht alle bewahrheitet. Alle Teams haben vollen Einsatz gezeigt und sich nie geschlagen gegeben. Etwas enttäuscht sind wir nur über den Wind. Das Wetter war recht launisch, aber alles in allem war es eine sehr schöne Saison.“

François Gabart, der Ehrengast des Beau-Rivage Palace und Preisträger der Trophée Marc-Edouard Landolt, wird von François Egger und Philippe Cardis begrüsst. © Jean-Guy Python

Die Zukunft der Vulcain Trophy scheint gesichert. Für nächstes Jahr sind zwölf Boote gemeldet. Artemis feiert ein Comeback und Christian Wahl auf der SUI9 kommt mit einem neuen Partner (Mobimo). Auch die Youngster von Team Tilt sind wieder mit dabei, was Nicolas Grange besonders freut. Er blickt positiv in die Zukunft: „Die Boote sind zehn Jahre alt, das ist ein schönes Alter, und unsere Stärke liegt in der Qualität der Eigner, die es verstanden haben, die Klasse richtig zu führen. Die Zukunft sieht gut aus. Wir sind die weltweit zahlenmässig stärkste Regattaflotte grosser Mehrrümpfer, sind dynamisch, können uns regelmässig über Neuzugänge freuen und die Boote verkaufen sich. Das ist ein gutes Zeichen. Und auch wenn die Boote technisch nicht die ausgereiftesten sind, bleiben sie doch nur schwer zu schlagen. Das haben wir an der Bol d’Or Mirabaud und auch beim Ruban Bleu gesehen, wo wir erst nach sechs, sieben Jahren übertrumpft wurden und das auch nur von Booten, die speziell für diese Ereignisse gebaut sind. Wir haben definitiv noch ein paar schöne Jahre vor uns.“

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