Erster Stopp der Extreme Sailing Series 2010 war vom 27.-30. Mai die südfranzösische Stadt Sète. Acht Teams trugen in den vier Tagen vor begeisterten Zuschauern spektakuläre Läufe aus. Darunter waren einige bekannte Gesichter aus der Genfersee- und speziell aus der D35-Szene wie Loïck Peyron, Tanguy Cariou und Franck Cammas. Auch sonst war die Segelelite mit vielen grossen Namen vertreten, darunter Mike Golding, Nick Moloney und Yann Guichard. Mit je zwei australischen und englischen und einem österreichischen Skipper lieferten die Extreme Sailing Series den Beweis, dass Mehrrumpfregatten nicht mehr ein Monopol der Franzosen sind. Das dürfte besonders die Multi One Design Teams freuen, die Segler aus dem angelsächsischen Raum suchen müssen, da pro Nationalität nur zwei Startplätze vergeben werden. Franck David, Direktor der MOD, war wohl nicht rein zufällig vor Ort.
Das Regattarevier bot in den vier Tagen durchwachsene Bedingungen. Sie reichten von sanfter Thermik zum Auftakt des Events bis hin zum Mistral, der am letzten Tag aufkam und zusehends kräftiger wurde. Da die Wettfahrtleitung den Teams kein allzu grosses Risiko aufbürden wollte, verzichtete sie auf den letzten Lauf. Doch obwohl in den vier Tagen kein einziges Boot kenterte, segelten doch alle hart am Limit und schlitterten mehr als einmal knapp an einer Katastrophe vorbei.
Guichard in Topform
Während sich Yann Guichard als überragender Sieger dieser Auftaktregatta feiern lassen konnte, läuft es für Franck Cammas auf Groupama 40 noch immer nicht optimal. Nach seinem vierten Schlussrang im letzten Jahr beendete er den Event in Sète an fünfter Stelle. Da er an mehre•ren Fronten gleichzeitig aktiv ist und sich unter anderem auf die nächste Route du Rhum, das Volvo Ocean Race und den Circuit der Décision 35 vorbereitet, hatte der frischgebackene Sieger der Jules Verne Trophy wohl nicht genügend Zeit, speziell für dieses Event zu trainieren. Deutlich besser erging es Loïck Peyron, der mit einem englischsprachigen, ihm unbekannten Team den hervorragenden 2. Platz belegte. Hinter der lässigen Art des Skippers aus La Baule, der erst vor kurzem seine Teilnahme am Barcelona World Race an der Seite von Jean-Pierre Dick auf Virbac-Paprec bekannt gab, stecken eine Menge Erfahrung und eine unglaubliche Vielseitigkeit. Und genau diese Eigenschaften sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Tour.
Es gibt zwar immer noch Kritiker, die behaupten, das Showelement dränge den Sport allzu sehr in den Hintergrund, aber ein Blick auf die Rangliste zeigt, dass die vorderen Plätze von den Besten eingenommen werden und die Resultate kein Produkt des Zufalls sind. Erstaunlich ist das Abschneiden des zweifachen Olympiasiegers und Weltmeisters in der Tornado-Klasse Roman Hagara sowie des zweifachen Olympiamedaillengewinners und zehnfachen Weltmeisters in dieser Klasse Mitch Booth. Sie schafften es nicht, sich gegen die Hochseesegler durchzusetzen. Obwohl das Format nicht viel mit Offshore-Regatten gemeinsam hat, scheint es Hochseeseglern doch besser zu liegen als Spezialisten von Up-und-Down-Kursen.