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Zweihand-Prolog der Vendée Globe

von Quentin Mayerat

Der Startschuss zur zweiten Ausgabe des Barcelona World Race wird in der katalanischen Hauptstadt kurz vor dem Jahreswechsel ertönen. 15 Zweierteams versuchen diesmal ihr Glück. Die Idee für den Event hatte der geniale Mark Turner, mittlerweile hat er die Organisation aber an FNOB (Fundació Navegació Oceànica Barcelona) übergeben. Trotz ihres jungen Alters hat sich die Regatta in der Hochsee-Regatta- szene bereits einen Namen gemacht und für mehrere IMOCA-Skipper führt kein Weg mehr daran vorbei. Im Gegensatz zur Vendée Globe erlaubt die einzige Zweihand-Weltumsegelung der Welt Reparatur- stopps. Und sie ist ein Gradmesser auf dem Weg zur Vendée Globe – für die Konkurrenten wohl der Hauptgrund für eine Teilnahme.

Flashback
Bei der ersten Austragung 2007/2008 waren neun Boote am Start. Nach 92 Tagen auf hoher See konnten sich Jean-Pierre Dick und Damian Foxall als Sieger feiern lassen. Alex Thomson und Andrew Cape auf Hugo Boss fuhren auf den zweiten, Dominique Wavre und Michèle Paret auf den dritten Podestplatz. Drei Teams mussten in Wellington, Neuseeland einen Reparaturstopp einlegen, bevor sie sich an die Überquerung des Pazifischen Ozeans machen konnten. Ins Ziel schafften es schliesslich nur fünf Boote. Guillermo Altadill und Jonathan McKee auf Estrella Damm mussten im ersten Streckenteil aufgeben, Vincent Riou und Sébastien Josse auf PRB, Jérémie Beyou und Sidney Gavignet auf Delta Dore und Roland Jourdain und Jean- Luc Nélias auf Veolia Environnement ereilte das gleiche Schicksal im Indischen Ozean.

Ungleiche Chancen
Im bunt gemischten Feld dieser 2. Austragung mischen wie bei vielen grossen Regatten nicht nur Profis, sondern auch ambitionierte Amateure mit. Es fehlen weder die Stammgäste, die sich trotz aus- bleibender Erfolge immer wieder beharrlich am Start einfinden, noch die besten IMOCA-Skipper. Die Favoriten sind relativ einfach auszumachen, auch wenn Prognosen natürlich immer mit Unsicherheiten be- haftet sind. Als Siegesanwärter gehandelt werden Michel Desjoyeaux und François Gabart, ebenso wie die Paarung Dick/Peyron. Auch mit Jean Le Cam und Bruno Garcia sowie mit Kito de Pavant und Sébastien Audigane ist zu rechnen. Dominique Wavre und Michèle Paret, das einzige gemischte Team am Start, haben die Erfahrung auf ihrer Seite. „Ein Podestplatz liegt in unserer Reichweite“, sagte Dominique Wavre, als er im Oktober in der SNG vorbeischaute, relativierte dann aber: „Für einen Sieg wird es wohl kaum reichen, denn einige Teams werden schwer zu schlagen sein.“ Da die Regatta in Barcelona beginnt und endet, sind auch viele spanische Unternehmen als Sponsoren mit dabei. Ihr Engagement zeigt einmal mehr, wie gross das Interesse der regionalen Wirtschaft am Hochsee-Regattasport ist.

Ideales Format für die Sponsoren
Indem die Organisatoren Reparaturstopps erlauben, wollen sie das an Weltumsegelungen alltägliche „Massensterben“ verhindern, denn viel zu oft erreicht nur die Hälfte der gestarteten Boote das Ziel – wenn überhaupt! Das neue Format ist auch für Sponsoren interessanter, wie Dominique Wavre bestätigt, für die Königs- regatta der IMOCA-Jachten kann er es sich aller- dings nicht vorstellen: „Die Vendée Globe muss das ultimative Rennen bleiben, bei dem es nur die Teams ins Ziel schaffen, die ohne Schaden über die Runden kommen. Eine Regatta wie das Barcelona World Race, das in seinem Reglement auch mögliche Hilfe vorsieht, ist aber zu begrüssen. Sie ergänzt den Regattakalender.“ Ob das Prinzip funktioniert, wird sich zeigen. Mit nur fünf von neun gestarteten Booten im Ziel im Jahr 2007 hat es sich in der Praxis noch nicht wirklich bewährt.

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