Skippers

🏛 » Olympiaausscheidung: deutsche Crews auf Kurs

Olympiaausscheidung: deutsche Crews auf Kurs

von Quentin Mayerat

Am zweiten Tag der Segelwettbewerbe zur Kieler Woche, der den Athleten kräftige Schauerböen bescherte, mussten die deutschen Crews zwar ihre beiden Spitzenpositionen in den Olympia-Klassen räumen, dennoch zeigten die Anwärter auf die Olympia-Tickets Top-Leistungen, fuhren diverse Tagessiege ein und sind in allen Klassen in den Top-Ten zu finden. Unangefochten an der Spitze steht zudem Heiko Kröger (Hamburg) in der paralympischen Klasse 2.4mR. Bei den Match-Race-Frauen hat die Crew um Silke Hahlbrock (Hamburg) zudem fünf von neun möglichen Siegen eingefahren.

Der oberste Wettfahrtleiter Jobst Richter freute sich , dass das geplante Programm von zwei Rennen in den verschiedenen Klassen problemlos über die Bahn gebracht werden konnte und die Kieler Woche in ihrem 129. Jahr bestens im Plan liegt. Das gilt auch für die deutschen Athleten. Im Laser rutschte der Kieler Student Simon Grotelüschen zwar vom ersten auf den dritten Rang ab, ist aber dennoch zufrieden: „Das ist ein Tag, den man gerne mitnehmen kann. In den kommenden Tagen wird es bei der Aufteilung in Gold- und Silbergruppe sicherlich enger, da beginnt der Wettkampf von vorn.“ Sein nationaler Konkurrent Philipp Buhl (Sonthofen) durfte sogar seinen zweiten Tagessieg im fünften Rennen verbuchen und ist als Gesamtzweiter inzwischen an Grotelüschen vorbeigezogen. Trotz des Wettstreits um das einzige Olympiaticket bilden beide gemeinsam mit Malte Kamrath (Kiel) eine Trainingsgemeinschaft und wollen diese auch bis zur entscheidenden Qualifikation im Dezember in Perth fortsetzen.

Im Laser Radial hat Franziska Goltz (Kiel) vor Wochenfrist als Zehnte beim Worldcup von Weymouth ihr Potenzial bewiesen, zur Kieler Woche ärgerte sie sich zwar über schlechte Starts, ist aber dennoch als Sechste gut im Rennen. „Das harte Krafttraining mit 25 Stunden in der Woche im Kraftraum zahlt sich nun aus.“ Vor Kiel ist sie hinter der zweitplatzierten Lisa Fasselt (Essen) indes nur zweite Kraft.

Den Platz an der Sonne der 470er-Frauen mussten Annika Bochmann/Anika Lorenz (Kiel) zwar räumen, das aber macht den beiden Nachwuchs-Hoffnungen nichts aus. Sie blicken eher auf 2016 als auf Olympia 2012. So haben sich nun die Crews Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee/Strande) mit einem ersten und einem zweiten Platz und dem zweiten Gesamtrang sowie Anina Wagner/Marlene Steinherr (Kiel) als Gesamt-Dritte ins Spiel gebracht. Wechselspiel im deutschen Ranking gab es auch bei den 470er-Männern. Morten Bogacki/Jens Steinborn (Düsseldorf/Berlin) führen als Vierte nun die deutsche Flotte an.

Im 49er durften sich gleich mehrere deutsche Crews über Tagessiege freuen. Hier wird das Rennen um das Olympia-Ticket vor Kiel ganz neu eröffnet, nachdem es vor Weymouth kaum Punkte für die Deutschen gab. Für die Goldflotte an den kommenden beiden Tagen sind alle Anwärter für die Spiele 2012 qualifiziert. Ganz eng wird auch die Ausscheidung bei den Staren. Die Deutschen liegen vor Kiel gesammelt auf den Rängen fünf bis acht. Hoffnung für Olympia dürfen sogar die zuletzt wenig erfolgreichen Finns schöpfen. Matthias Müller (Laupheim) ist aktuell Siebter, Jan Kurfeld (Wismar) folgt auf Rang elf.

Ganz fest die Spiele an der englischen Südküste haben die Surfer im Visier. Toni Wilhelm (Steinen) liegt auf Rang zwei, Moana Delle erlebte zwar einen „Chaostag“ mit einem Mastbruch auf der Anfahrt zum ersten Start und einer falsch angesteuerten Tonne, verbuchte aber nach schnellem Umriggen und gutem Speed dennoch einen Tagessieg und einen siebten Platz. „Das Zwischenergebnis mit Rang drei ist super. Das war viel Stress heute, aber auch viel Spaß“, berichtete die Kielerin.

Dans la meme categorie